Erich


Erich
Erich,
 
Herrscher:
 
 Dänemark:  
 1) Erich I., dänisch Erik Ejegod ['eːreg 'ɛjəgoːȓ], König (seit 1095), * um 1056, ✝ auf Zypern 10. 7. 1103; unehelicher Sohn Sven Estridsens; unterstützte in den innerdän. Kämpfen seinen Halbbruder, König Knut den Heiligen. Nach der Thronbesteigung (1095) setzte Erich Knuts Politik fort. Er leitete die kirchliche Lösung Skandinaviens vom Erzbistum Hamburg-Bremen ein; starb auf einer Pilgerreise ins Heilige Land.
 
 
W. Seegrün: Das Papsttum u. Skandinavien bis zur Vollendung der nord. Kirchenorganisation (1967).
 
 2) Erich IV., dänisch Erik Plovpenning ['eːreg-], König (seit 1241), * 1216, ✝ 10. 8. 1250; Sohn von Waldemar II., dem Sieger; wurde 1232 zum Mitregenten gekrönt. Seit 1241 Alleinherrscher, setzte Erich sich gegen seine Brüder sowie gegen eine von der Kirche getragene Opposition durch und wurde auf Betreiben seines Bruders Abel ermordet.
 
 3) Erich V., dänisch Erik Klipping ['eːreg 'glebeȖ], König (seit 1259), * 1249, ✝ Finderup 22. 11. 1286; Sohn von Christoph I., Vater von 4); 1254 als Thronfolger gewählt, übernahm seine Mutter 1259 zunächst die Regentschaft. In den Auseinandersetzungen mit dem dänischen Adel und den Grafen von Holstein gerieten Erich und seine Mutter in Gefangenschaft; Erich wurde für zwei Jahre dem Markgrafen von Brandenburg übergeben. Ende der 1260er-Jahre übernahm Erich selbst die Regierung. Es gelang ihm, seine durch schwedisch-norwegischen Erbansprüche, die Forderungen des Erzbischofs von Lund, Jakob Erlandsen, sowie durch die dänische Adelsopposition bedrohte Herrschaft zu festigen. 1282 musste Erich seine Machtstellung durch weit reichende Zugeständnisse an den Adel beschränken (erste königliche Handfeste in Dänemark); er fiel einem Mordanschlag des Adels (»Mord in der Scheune von Finderup«) zum Opfer.
 
 
H. N. Yrwing: Kungamordet i Finderup (Lund 1954).
 
 4) Erich VI., dänisch Erik Menved ['eːreg 'mɛnveȓ], König (seit 1286), * um 1274, ✝ 13. 11. 1319, Sohn von 3). Nach der Ermordung seines Vaters wurde Erich unter der Vormundschaft seiner Mutter zum König gewählt. Die Flucht der Königsmörder nach Norwegen führte zu einer Annäherung Schwedens an Dänemark, die es Erich erlaubte, die dänische Expansionspolitik in Norddeutschland wieder aufzunehmen. Er unterwarf 1312 Stadt und Fürstentum Rostock, nachdem sich Lübeck bereits 1307 unter dänischen Schutz gestellt hatte. Die norddeutschen Eroberungen gingen jedoch bald wieder verloren. Erich vermochte sich innenpolitisch in seinen letzten Regierungsjahren nur schwer gegen seinen Bruder (und späteren Nachfolger) Christoph zu behaupten.
 
 5) Erich VII., dänisch Erik af Pọmmern ['eːreg -], Herzog von Pommern-Stolp, König von Dänemark (seit 1397), von Norwegen (seit 1389 als Erich IV.) und von Schweden (seit 1397 als Erich XIII.), * um 1382, ✝ Rügenwalde 3. 5. 1459. Der Sohn Herzog Wartislaws VII. von Pommern-Stolp, ein Großneffe der Königin Margarete I. von Dänemark und Norwegen, konnte seine rechtmäßigen Ansprüche auf den norwegischen Thron durchsetzen und wurde im Juli 1397 zum König der Kalmarer Union gekrönt. Erich blieb jedoch weiterhin bis zum Tod von Margarete I. (1412) unter deren Vormundschaft. Er suchte die Burgen des Herzogtums Südjütland von den holsteinischen Pfandherren zurückzugewinnen und betrachtete Südjütland als ein an die Krone heimgefallenes Lehen. Mit der Einführung des Sundzolls eskalierte das wegen Erichs Wirtschaftspolitik gespannte Verhältnis zur Hanse weiter. Deren Handelsblockade löste 1434 in Schweden einen von Engelbrecht Engelbrechtsson geführten Aufstand aus. Gehorsamsaufkündigungen in Dänemark und Norwegen folgten und gipfelten 1439 im Absetzungsbrief des Adels an den König.
 
 Norwegen:  
 6) Erich III., norwegisch Ẹirik Magnusson [- 'maȖnusɔn], König (seit 1280), * 1268, ✝ 15. 7. 1299; stand zunächst unter der Vormundschaft seiner Mutter Ingeborg von Dänemark. In den Auseinandersetzungen mit Dänemark sowie den Hansestädten zur Behauptung der Stellung Norwegens im skandinavischen Raum suchte Erich die Unterstützung Englands und Schottlands zu gewinnen. Trotzdem sah er sich 1294 zu weitgehenden wirtschaftlichen Zugeständnissen an die Hanse gezwungen.
 
 7) Erich IV., nach der norwegischen Königszählung König Erich VII. von Dänemark.
 
 Schweden:  
 8) Erich VII., schwedisch Erik Segersäll, König in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts, ✝ um 995; gilt als der erste historisch gesicherte König dieses Namens sowie als erster schwedischer König, der sich zum Christentum bekehrte. Erich siegte am Fyrisvall über ein Wikingerheer und wandte sich gegen die dänischen Hegemonialbestrebungen im Ostseeraum.
 
 9) Erich IX., der Heilige, schwedisch Erik den helige, König (seit etwa 1156), ✝ Uppsala 5. (nach anderen Angaben 18.) 5. 1160. In Västergötland begütert, regierte er auf seine Hausmacht gestützt. Erich förderte die Verbreitung des christlichen Glaubens. Nach zeitgenössischen Berichten soll er 1155 zu einem Kreuzzug nach Finnland aufgerufen haben. Nach seiner Ermordung wurde er in Uppsala beigesetzt und bereits Ende des 12. Jahrhunderts als Märtyrer verehrt.
 
 10) Erich XIII., nach der schwedischen Königszählung König Erich VII. von Dänemark.
 
 11) Erich XIV., schwedisch Erik XIV, König (1560 bis 1568), * Stockholm 13. 12. 1533, ✝ Örbyhus (bei Uppsala) 26. 2. 1577; Sohn von Gustav I. Wasa und dessen erster Frau Katharina von Sachsen-Lauenburg. Erich erwarb Reval und Estland für Schweden und wandte sich im Dreikronenkrieg gegen die dänischen Ansprüche auf Schweden. Im Innern suchte er durch die Schaffung eines schwedischen Hochadels seine Herrschaft zu festigen. Seinen Halbbruder Johann ließ er wegen angeblich hochverräterischen Beziehungen zu Polen 1563-67 inhaftieren. Ein Teil des ihm gegenüber kritisch eingestellten Adels wurde 1567 ermordet (»Sturemord«). Nach ersten Anzeichen einer geistigen Erkrankung setzten ihn seine Brüder ab. Sein ihm auf den Thron folgender Halbbruder Johann III. erhielt 1575 die Zustimmung des Reichsrats zu Erichs Hinrichtung, die Vollstreckung des Todesurteils ist fraglich.
 
 
E. XIV, hg. v. C. H. Hjortsjö u. a. (Stockholm 1962).
 

Universal-Lexikon. 2012.

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